Podiumsdiskussion zur Enzyklika «Magnifica humanitas» von Papst Leo XIV.
Die Swiss Data Alliance beschäftigt sich mit einem interdisziplinäre Podium aus theologischer, ethischer, gesellschaftspolitischer, wirtschaftlicher und technischer Perspektive kritisch mit den Forderung und Aussagen der Enzyklyka Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV.
In der Enzyklyka Magnifica Humanitas äussert sich Papst Leo XIV ausführlich zu den grundsätzlichen Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz und fordert nicht weniger, als die KI zu «entwaffnen».
Die Podiumsdiskussion ist eine Kooperation zwischen der Swiss Data Alliance, Wikimedia Schweiz und der Jesuiten in der Schweiz. Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Veranstaltung ist kostenlos. Im Anschluss an die Diskussion findet ein Apéro statt. Bei Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Swiss Data Alliance.
Auf dem Podium
- Felix Gmür, Bischof von Basel
- Anton Aschwanden, Government Affairs & Public Policy bei Google
- Jenny Ebermann, Geschäftsführerin von Wikimedia CH
- Abraham Bernstein, Professor am Institut für Informatik der Universität Zürich
- Nadia Mazouz, Professorin am Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften der ETH Zürich
- Alexandra Kaiser-Duliba, Wissenschaftliche Oberassistentin am Institut für Sozialethik der Universität Luzern
Moderation
- André Golliez, Präsident der Swiss Data Alliance
- Christian Rutishauser SJ, Jesuiten in der Schweiz
«KI zu entwaffnen bedeutet, sie der Logik des bewaffneten Wettbewerbs zu entziehen, der heute nicht mehr nur militärischer, sondern auch wirtschaftlicher und kognitiver Natur ist. Bei diesem Wettrennen geht es um den leistungsfähigsten Algorithmus und die größte Datenbank, um einen geopolitischen oder kommerziellen Vorsprung gegenüber allen anderen zu festigen. Entwaffnen bedeutet, diese Gleichsetzung von technischer Macht und dem Recht zu herrschen aufzubrechen. Entwaffnen bedeutet nicht, auf die Technologie zu verzichten, sondern zu verhindern, dass sie den Menschen zu beherrscht. Es bedeutet, sie Monopolen zu entziehen, sie hinterfragbar und anfechtbar und damit lebensfreundlich zu machen, sie der Vielfalt menschlicher Kulturen und Lebensweisen zurückzugeben. Die Aufgabe ist heute nicht nur ethischer oder technischer Natur: Sie ist ökologisch im radikalsten Sinne, denn sie betrifft eine neue Dimension unseres gemeinsamen Zuhauses. KI ist bereits eine Umwelt, die uns umgibt, und eine Macht, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Daher reicht es nicht aus, sie zu regulieren: Sie muss entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden.»
Enzyklyka Magnifica Humanitas, Absatz 110